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Mittwoch, 11. November 2009

Shelley Freydont, „Todesrätsel“

23 Kapitel, 343 Seiten, Taschenbuch, broschiert
VerlagRowohlt Taschenbuch Verlag, Dezember 2008
ISBN978-3-499-24681-4
Original-TitelSudden Death Sudoku
Original-VerlagAvalon Publishing, New York 2008
ÜbersetzerinTamara Willmann
gelesenvom 17.08.2009 bis 11.11.2009
Empfehlungbefriedigend (3)

Kate McDonald lebt noch immer in der Kleinstadt Granville in New Hampshire. Sie leitet das Avondale-Puzzle-Museum und richtet ein Sudoku-Turnier aus. Als dabei schließlich der unbeliebte Teilnehmer Gordon Lott, der unter dem Verdacht der Mogelei stand, ermordet wird, ist die Aufregung groß. Ein Blizzard, der die Teilnehmer vom Rest der Welt abschirmt, kommt Polizeichef Brandon Mitchell zunächst entgegen, hat er doch so alle Verdächtigen beisammen. Doch schließlich ist das Turnier beendet, der Blizzard hat sich verzogen, alle Teilnehmer fahren nach Hause und der Polizeichef steht mit leeren Händen da. Da findet Kate im Heizungskeller eine Leiche in einem Koffer. Wie hängen die beiden Morde zusammen? Wer ist der mysteriöse Mann mit der orangen Mütze? Brandon Mitchell kann nicht verhindern, dass Kate durch ihre Neugier in Gefahr gerät.

Die Fortsetzung von Freydont’s Erst-Rätselroman „Tödliches Sudoku“ liest sich leider nicht so spannend wie das erste Buch. Es ist und bleibt ein Soft-Krimi mit phasenweise langweiligen Passagen, das nur durch einen spannenden Showdown am Ende noch an Sympathiepunkten gewinnt. Die Sudokus spielen wie immer nur eine geringe Rolle, das Sudoku an sich wäre auch durch eine andere Rätselart oder Wettbewerbsart beliebig austauschbar. Mir drängt sich das Gefühl auf, dass die Autorin versucht, den Sudoku-Hype für sich zu nutzen. Leider auf Kosten des Unterhaltungswertes.

Freydont erzählt wieder im Plauderton und anstatt Kapitelüberschriften gibt es wieder 23 Sudokus. Auch ansonsten haben sich die Figuren, die Stadt und die Geschichte generell nicht besonders weiter entwickelt. Und leider gibt es noch immer viel zu wenige Humoreinlagen!

Zu allem Überfluss hat die Autorin auch noch zwei kleine Logikfehler eingebaut. An einer Stelle gerät ihr die Uhrzeit durcheinander: Erst ist es in Kapitel 3 kurz nach sechs Uhr morgen, wenige Zeilen später wieder kurz vor, ohne Rückblende wohlgemerkt! Und etliche Kapitel später stellt die Protagonistin eine Szene gegenüber dem Polizeichef falsch dar, sie benennt nämlich die falsche Person, die den Koffer geöffnet haben soll. Es ist auch nicht erkennbar, dass sie dies mit Absicht tut, um ihn in die Irre zu leiten. Diesen Fehler muss man wohl der Autorin selbst vorhalten! Solche Mankos verzeihe ich eigentlich nicht …

Mein Urteil lautet daher: Bitte den nächsten Sudoku-Krimi besser machen oder die Reihe sterben lassen! (sth, 11.11.2009)

Sonntag, 16. August 2009

Dan Brown, „Sakrileg“

107 Kapitel, 605 Seiten, gebunden
VerlagVerlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG, Bergisch Gladbach 2004
ISBN3-7857-2152-8
Original-TitelThe Da Vinci Code
Original-VerlagRandom House UK, 1. März 2004
ÜbersetzerPiet van Poll
gelesenvom 06.07.2009 bis 15.08.2009
Empfehlungsehr gut (1+)

Der Museumsdirektor des Louvre, Jacques Saunière, wird ermordet. Vor seinem Tod hat er noch die Gelegenheit, der Polizei sowie seiner Enkelin Sophie Neveu mittels kryptischer Nachrichten und Symbole eine versteckte Botschaft zu übermitteln. Dies ruft auch den berühmten Harvard-Symbologen Robert Langdon auf den Plan, der zufällig in Paris weilt. Während der Chef der Ermittlungen, Bezu Fache, schnell in Langdon seinen Mörder sieht, erkennt dieser zusammen mit der Kryptologin Neveu, dass Saunières letzte Nachricht viel bedeutender und doppeldeutiger ist als zunächst angenommen. Es stellt sich heraus, dass Saunière einer geheimen Bruderschaft, der Prieuré de Sion, angehörte, der nachgesagt wird, dass sie den Heiligen Gral hütet. Saunières Hinweise entpuppen sich als moderne Schnitzeljagd nach dem versteckten Ort des Heiligen Grals. Neveu und Langdon beschließen, dem Louvre zu entfliehen und sich auf die Suche zu machen. Eine abenteuerliche Reise voller Überraschungen und Wendungen beginnt. Hindernisse sind dabei nicht nur die immer wieder kryptischen Botschaften Saunières, sondern auch die ihnen dicht auf den Fersen gefolgte Pariser Polizei und vermeintliche Freunde mit ganz anderen Zielen als gedacht. Nach einer rasanten Fahrt durch Frankreich und England kommt man schließlich dem Ziel näher, bis schließlich das gerechte Ende den Leser überrascht.

Dan Brown hat mit diesem Buch ein wunderschönes Leseerlebnis geschaffen. Die Figuren sind gut gezeichnet, der Plot ist von Anfang bis Ende spannend, die Hintergründe sehr gut recherchiert, die Idee ist einzigartig gut und hervorragend umgesetzt, die vielen kleinen mathematisch-kryptischen Einschübe und Rätsel gefallen mir besonders, weil sie nicht zu viel sind und auch nicht zu sehr in die Tiefe gehen, und durchgehend flüssig geschrieben ist der Roman auch noch. Sehr gut!

Der Aufbau mit den recht kurzen Kapiteln kommt meinem Lesegeschmack und -empfinden sehr entgegen. Auch die Perspektivwechsel von Figuren und Orten erlauben dem Leser einen kleinen Wissensvorsprung, wie nah oder entfernt die verschiedenen Parteien (das Duo Langdon/Neveu, (Pariser) Polizei und die Kirche bzw. Opus Dei sowie weitere Figuren mit starken Einzelinteressen) den jeweils anderen auf den Fersen sind. Sehr spannend, also gut gemacht!

Die Übersetzung ist meines Erachtens auch gut gelungen. Die meisten Fachbegriffe und Rätsel stehen zunächst in Originalsprache da, werden aber in Fußnoten übersetzt und erläutert – super!

In meiner Euphorie weiß ich gar nicht mehr, was ich noch dazu schreiben soll. Ich kann nur sagen, dass ich mich schon auf die nächsten Bücher von Dan Brown freue, und ich finde, dass Romane genau so geschrieben werden sollten, damit mehr Leute Freude am Lesen haben. Das Buch sollte Pflichtlektüre an Schulen werden!

Mein Fazit also: Ich danke Dan Brown für eines der besten Bücher, die ich jemals lesen durfte! (sth, 16.08.2009)

Mittwoch, 8. Juli 2009

Patricia Cornwell, „Die Hornisse“

26 Kapitel, 444 Seiten, Taschenbuch
VerlagGoldmann Verlag, Juni 2002
ISBN3-442-43901-9
Original-TitelHornet’s Nest
Original-VerlagG.P. Putnam’s Sons, New York 1997
ÜbersetzerinMonika Blaich
gelesenvom 28.04.2009 bis 09.05.2009 und vom 01.06.2009 bis 02.07.2009
Empfehlungmangelhaft (5)

In Charlotte, North Carolina, herrscht das Verbrechen. Ein perverser Killer bringt ortsfremde Geschäftsmänner um und besprüht deren Intimbereich mit einem orangenen Sanduhr-Symbol. Dagegen und gegen die vielen weiteren Ungerechtigkeiten und Kleinverbrechen gehen drei unerschrockene Gestalten vor: Deputy Chief Virginia West, ihre Vorgesetzte Chief Judy Hammer und der frischgebackene Polizeireporter Andy Brazil. Nur sehr verzögert machen die drei Fortschritte …

Wer Patricia Cornwell als Erfolgsautorin rund um die spannenden Kay-Scarpetta-Romane kennt, wird von diesem Buch herb enttäuscht sein. Beim Lesen dieses Romans möchte man nur zwei Fragen beantwortet haben: Wie geht es aus? Und wann ist es endlich zu Ende?

Cornwells Schreibstil ist in diesem Roman einfach nur grausam. Am Anfang erfährt man zuhauf belanglose Hintergrundinfos, Cornwell verliert sich geradezu in Details. Leider bleibt sie sich in dieser Hinsicht den ganzen Roman hindurch treu. So erfährt man etwa den halben Lebenslauf eines unbedeutenden Statisten, der der Hauptfigur lediglich ein Blatt Papier reicht.

Zum Teil kann man den Dialogen nicht folgen. Möglicherweise auch ein Ergebnis der nicht gerade brillanten Übersetzerin. Wenn ich in meinem Beruf so schlecht wäre wie Monika Blaich in ihrem, würde ich eine Gehaltskürzung vorschlagen – und ich verdiene schon lausig. Aber für so eine Leistung kann man eigentlich kein Geld verlangen. Aber Cornwells Vorlage gab wahrlich keine gute Ausgangssituation ab.

Beispielsweise wird im zweiten Kapitel die Ermittlungsarbeit bei einem Einbruch beschrieben, dann aber wechselt mittendrin die Szene. Als ob Cornwell nichts mehr eingefallen wäre. Einzelnen Szenen werden nie zu Ende erzählt. Ganz schlechter Stil! Überhaupt ist dieser Roman keine einzelne Geschichte, sondern eine Sammlung tausender kleiner Geschichten, die allesamt einzeln so langweilig und unbedeutend scheinen, dass ein gesamtroter Faden in dem ganzen Roman nicht gefunden werden kann. Leider ist das scheinbare Hauptthema, die perversen Morde an den Geschäftsmännern, das so verheißungsvoll auf dem Buchrücken angepriesen wird, nur eines dieser tausend Nebenthemen. Der Leser kann sich glücklich schätzen, dass dieser Teil am Ende überhaupt aufgelöst wird. Zum großen Teil hat man nämlich das Gefühl, dass die Autorin über den Alltag ihrer Charaktere die eigentliche Geschichte zu erzählen vergessen hat.

Im Prinzip ist die Idee, die Cornwell hatte, sehr gut und birgt viel Potenzial, welches sie leider nicht nutzt. Die Spannung dieses Romans lebt einzig von der Frage: Was passiert als nächstes? Sie schleppt sich von Szene zu Szene und erlebt weder große Höhen noch Tiefen. Ich hatte beim Lesen den Eindruck, als hätte Cornwell bei diesem Roman das Schreiben erst noch geübt. Durch das ganze Buch zieht sich die Unart ständiger unangekündigter Perspektivwechsel, was den Leser schon sehr verwirrt. Die Erzählform ist mir auch sehr unklar.

Die Antipathie zwischen den Hauptfiguren West und Brazil gefällt mir auch nicht. Die Annäherungen und Abstoßungen sind nicht gut ausgearbeitet.

Zum Schluss hat man das furchtbare Gefühl, dass Cornwell endlich fertig werden wollte. Die Auflösungen aller kleinen und großen Rätsel werden hintereinander wegerzählt, anstatt sie langsam aus der Geschichte zu entwickeln. Die Tatsache, dass die fiesen Charaktere ihre gerechte Strafe erhalten, erzeugt eine gewisse Genugtuung, die aber in so einem Roman nicht zwingend erfolgen muss. Dass der eine oder andere Fiese einen Triumph erlebt, hätte der Geschichte mit Sicherheit mehr als gut getan. Zwischendurch verschafft Cornwell dem Leser einen Wissensvorsprung, indem sie einfach den Mörder preisgibt. Völlig unverständlich! Geschnappt wird er allerdings erst auf der allerletzten Seite – kitschiger geht es nicht!!!

Generell hat man das Gefühl, nur den Alltag der Charaktere zu begleiten. Im Grunde genommen liest man mit diesem Roman eine Seifenoper – und keinen Krimi oder Thriller. Wie gesagt, das Thema hatte Potenzial, aber die Umsetzung ist so grottenhaft schlecht, dass es fast schon schade ist um die vergeudete Lesezeit.

Der Titel hat mit dem Inhalt überhaupt nichts zu tun – vielleicht auch, weil es falsch übersetzt wurde. „Hornissennist“ wäre schon passender, denn so wird dieser Ort in North Carolina umgangssprachlich genannt.

Insgesamt fällt also meine Kritik sehr kritisch aus, da aber dem Roman eine gewisse, geringe Grundspannung nicht abzusprechen ist und ich ihn aus unerfindlichen Gründen doch fertig lesen wollte, kann ich das Buch nicht als „ungenügend“ abstempeln. Mein Fazit also: Wer seine Zeit nicht sinnvoller verschwenden kann, ist bei diesem Exemplar der gedruckten Langeweile bestens aufgehoben! :-( (sth, 08.07.2009)

Montag, 27. April 2009

Rita Mae Brown, „Da beißt die Maus keinen Faden ab“

40 Kapitel, 288 Seiten, Taschenbuch, broschiert
VerlagUllstein Buchverlage GmbH, Berlin 2006
ISBN978-3-548-26708-1
Original-TitelCat's Eyewitness
Original-VerlagBantam Books, New York 2005
ÜbersetzerinMargarete Längsfeld
gelesenvom 17.02.2009 bis 27.04.2009, mit Unterbrechungen
Empfehlungsehr gut (1+)

Mary Minot „Harry“ Haristeen hat ihren Job im Postamt gekündigt und braucht Ruhe und Abgeschiedenheit, um nachzudenken. Gemeinsam mit ihrer Freundin Susan und ihren Tieren Mrs Murphy, Pewter und Tucker sucht sie das Kloster auf, um zu meditieren und zu beten.
Als sie vor der Statue der Heiligen Jungfrau Maria stehen, fängt diese plötzlich an, blutige Tränen zu weinen. Die Greyfriar-Mönche deuten das als schlechtes Omen – und nur kurze Zeit später liegt einer von ihnen erfroren vor der Statue.
Ein junger, aufstrebender Reporter namens Nordy Elliot nutzt die Gunst der Stunde, um aus dem Wunder der Tränen reichlich Kapital zu schlagen und weit über die Grenzen von Crozet, Virginia, hinaus bekannt zu werden. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit ihm.
Als schließlich der Verdacht aufkeimt, der erfrorene Mönch könnte ermordet worden sein, wird das Grab exhumiert. Alle staunen nicht schlecht, als es leer ist …
Harrys und Susans Sinne sind hellwach. Gemeinsam ermitteln sie und lösen schließlich durch Nachdenken und Kombinationsgabe alle Unklarheiten, wobei sie wie üblich mehr als einmal in Gefahr geraten.

Dieses Buch enthüllt einige persönliche Veränderungen der Hauptcharakter. So hat beispielsweise Harrys Exmann Fair ihr einen erneuten Heiratsantrag gemacht, Susan verdächtigt ihren Mann der Untreue und Harrys Nachbar hat sich verlobt. Was bedeutet das für das Grundstück?

Die Leser erfahren sehr viel über die (Haupt-)Charakter der Serie. Die Spannung des Buchs wird weniger vom Mordfall und den rätselhaften Bluttränen als vielmehr von den persönlichen Entwicklungen gehalten. Man kann nicht anders, als begierig weiterzulesen. Leider wurde ich des Öfteren dabei unterbrochen – sehr ärgerlich.

Rita Mae Brown schreibt wie immer genial und sehr detailliert. Man bemerkt als Leser sofort ihre Liebe zum Detail und zu ihrer Heimat. Sie schreibt wie immer sehr kurzweilig und anschaulich.

Die Übersetzerin hat gute Arbeit geleistet – wenn man mal großzügig vom Buchtitel absieht.

Insgesamt hat es mir wieder mächtig Spaß gemacht, das Neueste aus Crozet und die Erkenntnisse von Mrs Murphy, Pewter, Tucker und ihrem Frauchen und den anderen Einwohnern von Crozet zu lesen. Wie alle Brown-Bücher meine absolute Empfehlung! (sth, 27.04.2009)

Mittwoch, 18. Februar 2009

Johann Berger, „Paradoxien“

32 Kapitel, 206 Seiten, gebundene Ausgabe
VerlagAnaconda, Köln 2005
ISBN978-3-938484-33-3
gelesenvom 05.02.2009 bis 17.02.2009
Empfehlungausreichend (4-)

In seinem Buch „Paradoxien aus Naturwissenschaft, Geschichte und Philosophie“ beschreibt Johann Berger in zweiunddreißig Kapiteln, die er auf vier Abschnitte („Die klassischen Paradoxien“, „Paradoxie und Dilemma – Statistiken und Entscheidungen“, „Logische Paradoxien und Antinomien“ und „Paradoxien in den modernen Wissenschaften“) aufgeteilt hat, verschiedene Arten von Paradoxien und Widersprüchlichkeiten.

Angefangen mit dem die Schildkröte niemals überholen könnende Achill gerät Berger über die immer lügenden Kreter zu Statistiken, in denen zwei höhere Werte zusammen einen niedrigen Gesamtwert ergeben. Dann folgen einige als Paradoxien verkleidete Denkfehler bekannter und unbekannter Menschen, schwammig formulierte Begriffe, die Paradoxien darstellen sollen, sowie kuriose Rechnungen mit „unendlich“. Immer wieder werden absurderweise Parallelen von Alltagsparadoxien aufgrund ungenauer Begriffsdefinitionen Ausflüge in Mathematik und Physik unternommen und sämtliche mathematischen Fachbegriffe ausgepackt, um fröhlich zur Verwirrung beizutragen. Das Ganze endet mit den modernsten Formen an klassischen Paradoxien, wie dem Zwillingsparadoxon oder der Frage, warum der Nachthimmel aufgrund der vielen Sterne nicht taghell erleuchtet sei.

Die Idee ist an und für sich nicht schlecht, jedoch scheitert es wieder einmal an der Umsetzung. Das Vorwort darüber, was Paradoxien – allgemein gehalten – eigentlich sind, wird sehr verständlich beschrieben, doch leider hält sich der Autor selbst nicht an seine eigene Definition.

Was danach folgt, scheint eine willkürliche Zusammenstellung des Autors über alles, was ihm persönlich widersprüchlich oder paradox vorkam, zu sein. Neben einigen interessanten Denkanstößen finden sich jedoch kaum atemberaubende Neuigkeiten in diesem Buch; so sind die Inhalte vieler Kapitel derart bekannt, dass es sich nicht lohnt, deswegen ein Buch zu kaufen, nur damit man sie mal niedergeschrieben in der Hand halten kann.

Oftmals keimte der Verdacht in mir auf, die Auflösung der Paradoxien hat der Autor selbst nicht so ganz verstanden. Oder er kann einfach nicht erklären. (Er versucht alles, aber auch wirklich alles immer in irgendeine mathematische Formel zu pressen.) In beiden Fällen sollte man dann jedoch kein Buch schreiben.

Die Ausflüge in Mathematik und Physik schweifen gerne mal aus und verlassen regelmäßig die Schulmathematik- und Schulphysikgrenze. Ein Interesse der Leser und selbstständig diesbezüglich fortgeführte Zusatzbildung wird offenbar vorausgesetzt. Der Autor verliert sich gerne in nicht wesentlichen Details, des Weiteren hat er als Hobbys „viele Listen auflisten“ und gerne einmal „wild in der Gegend umherrechnen“. Für die Nicht-Interessierten also insgesamt mehr als ein Grund, das Buch vor Erreichen der letzten Seiten für immer aus der Hand zu legen. Schade! Die Idee, das Konzept zu diesem Buch versprach doch durchaus mehr Potenzial zu haben …

Nichtsdestotrotz ist das Buch doch ganz unterhaltsam und drollig niedergeschrieben. Da aber auch nichts Herausragendes an diesem Buch festzustellen ist, bleibt mir lediglich eine 4 als Bewertung. Das Buch ist nicht spannend, teilweise amüsant, aber nicht besonders lesenswert. Eben nur Durchschnitt. Unterer Durchschnitt. Daher mein Fazit: Dieses Buch ist leider nur Mittelklasse, nicht außergewöhnlich – weder außergewöhnlich schlecht noch außergewöhnlich gut! (sth, 18.02.2009)

Montag, 9. Februar 2009

Elizabeth George, „Gott schütze dieses Haus“

16 Kapitel, 384 Seiten, Taschenbuch, broschiert (Sammelband: oben genannte Geschichte und „Mein ist die Rache“)
VerlagGoldmann Verlag, Juli 2007
ISBN978-3-442-46439-5
Original-TitelA Great Deliverance
Original-VerlagBantam Books, New York 1988
ÜbersetzerinMechtild Sandberg-Ciletti
gelesenvom 19.01.2009 bis 04.02.2009
Empfehlungsehr gut (1-)

In Keldale, einem bisher verschlafenen Nest im englischen Yorkshire, geschieht ein brutaler Mord. William Teys wird in seinem Stall enthauptet, daneben sitzt seine leicht debile Tochter Roberta und behauptet: „Ich war’s! Es tut mir nicht Leid!“.
Inspector Thomas Lynley und die ihm gegen ihren Willen zugeteilte Sergeant Barbara Havers werden von New Scotland Yard abgesandt, da sich die ortsansässigen Zuständigen über die Täterin von vorneherein im Klaren sind und in eine andere Richtung gar nicht mehr ermittelt haben. Der Dorfpfarrer und einige weitere aus Keldale glauben jedoch an Robertas Unschuld. Während ihrer Ermittlungen stoßen Lynley und Havers, die so beide ihre erheblichen Schwierigkeiten miteinander haben, auf allerhand merkwürdige Gestalten, mysteriöse Legenden und Geschichten sowie einige Geheimnisse, hinter die sie kommen: Roberta schweigt seit der Tat und sitzt seitdem in der Irrenanstalt, Robertas Mutter und ihre Schwester sind im Abstand von acht Jahren verschwunden, der Dorfkünstler hatte kurz vor dessen Tod Streit mit William Teys und nicht zuletzt beschreibt jeder im Dorf Robertas verschwundene Schwester Gillian anders.
Für die Ermittler ist die Arbeit nicht leicht, zumal beide ständig mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert werden. So treffen sie beispielsweise Lynleys Freunde Deborah und Simon St. James, die ihnen auch helfen. Am Ende haben sich die beiden, Lynley und Havers, etwas angenähert – und das ist im Übrigen der Beginn einer sehr erfolgreichen Reihe um eines der ungleichsten Ermittlerpaare der Kriminalliteratur. Am Ende können die beiden jedoch alle verschwundenen Personen wieder auftreiben und fördern eine Familientragödie zu Tage, die zwar die Lösung des Falles herbeiführt, aber auch alle Beteiligten furchtbar schmerzt.

Die Geschichte ist sehr spannend aufgebaut. Von Anfang an gibt es den Toten und dessen debile Tochter, die behauptet, es gewesen zu sein, doch der niemand so recht glauben mag. Schließlich fördert die Autorin immer wieder einige rätselhafte Details zu Tage und so stellen sich dem Leser dauernd neue Fragen, die früher oder später alle beantwortet werden.

Die Sprache ist flüssig und der Roman liest sich sehr angenehm, wenn ich auch einige kleine Patzer der Übersetzerin vorwerfen muss.

Die Geschichte wird oft persönlich – durch die vielen privaten Verstrickungen der Hauptcharaktere: das gestörte Verhältnis zwischen Lynley und Havers oder auch zwischen Lynley und den St. James’ sowie die vielen Beziehungen der einzelnen Dorfbewohner Keldales untereinander. Auch wenn die polizeilichen Ermittlungen im direkten Vordergrund stehen, ist es durchaus ein sehr emotionaler, persönlicher Roman.

Für mich steht damit wieder mal fest: Elizabeth George ist eine der Besten! Und so erwarte ich schon gespannt den nächsten Roman mit Thomas Lynley und Barbara Havers – und da ich erst am Anfang der Reihe bin, warten Gott sei Dank noch genügend Romane mit den beiden auf mich! (sth, 09.02.2009)

Sonntag, 18. Januar 2009

Rita Mae Brown, „Die Katze im Sack“

52 Kapitel, 305 Seiten, Taschenbuch, broschiert
VerlagUllstein Buchverlage GmbH, Berlin 2005
ISBN978-3-548-26639-8
Original-TitelWhisker of Evil
Original-VerlagBantam Books, New York 2004
ÜbersetzerinMargarete Längsfeld
gelesenvom 10.12.2008 bis 17.01.2009
Empfehlungsehr gut (1+)

Mary Minor „Harry“ Haristeen stolpert buchstäblich über die Leiche des Pferdezüchters Barry Monteith. Ganz Crozet ist geschockt, als schließlich heraus kommt, dass Barry mit Tollwut infiziert war und wenig später sein Partner Sugar Thierry ebenfalls stirbt, Sugar an Tollwut selbst. Die ganze Stadt spielt verrückt und der Tierkontrollbeamte Jerome Stoltfus lässt keine Gelegenheit aus, alle Tiere auf Impfungen zu überprüfen. Es kommt schließlich so weit, dass die Tiere Mrs. Murphy, Pewter und Tucker das Postamt verlassen müssen – und deshalb kündigen „Harry“ und Miranda ihre Stellen als Posthalterinnen beim Postamt. Wenig später wird Jerome Stoltfus erschossen in seinem Wagen aufgefunden, während die Besitzerin eines Beauty-Salons spurlos verschwindet. Nur allmählich und gemeinsam mit Fairs Pferdeverstand können Harry und ihre tierischen Freunde die Morde aufklären.

Rita Mae Brown schreibt wie immer genial und sehr detailliert. Man bemerkt als Leser sofort ihre Liebe zum Detail, wie beispielsweise die ausschmückenden Worte zur Pferdezucht und zur Tollwut.

Brown schreibt wie immer sehr kurzweilig und anschaulich.

Die Übersetzerin hat gute Arbeit geleistet – wenn man mal großzügig vom Buchtitel absieht.

Insgesamt macht es mir wieder mächtig Spaß, das Neueste aus Crozet und die Erkenntnisse von Mrs Murphy, Pewter, Tucker und ihrem Frauchen und den anderen Menschen zu lesen. Wie alle Brown-Bücher meine absolute Empfehlung! (sth, 18.01.2009)