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Mittwoch, 18. Februar 2009

Johann Berger, „Paradoxien“

32 Kapitel, 206 Seiten, gebundene Ausgabe
VerlagAnaconda, Köln 2005
ISBN978-3-938484-33-3
gelesenvom 05.02.2009 bis 17.02.2009
Empfehlungausreichend (4-)

In seinem Buch „Paradoxien aus Naturwissenschaft, Geschichte und Philosophie“ beschreibt Johann Berger in zweiunddreißig Kapiteln, die er auf vier Abschnitte („Die klassischen Paradoxien“, „Paradoxie und Dilemma – Statistiken und Entscheidungen“, „Logische Paradoxien und Antinomien“ und „Paradoxien in den modernen Wissenschaften“) aufgeteilt hat, verschiedene Arten von Paradoxien und Widersprüchlichkeiten.

Angefangen mit dem die Schildkröte niemals überholen könnende Achill gerät Berger über die immer lügenden Kreter zu Statistiken, in denen zwei höhere Werte zusammen einen niedrigen Gesamtwert ergeben. Dann folgen einige als Paradoxien verkleidete Denkfehler bekannter und unbekannter Menschen, schwammig formulierte Begriffe, die Paradoxien darstellen sollen, sowie kuriose Rechnungen mit „unendlich“. Immer wieder werden absurderweise Parallelen von Alltagsparadoxien aufgrund ungenauer Begriffsdefinitionen Ausflüge in Mathematik und Physik unternommen und sämtliche mathematischen Fachbegriffe ausgepackt, um fröhlich zur Verwirrung beizutragen. Das Ganze endet mit den modernsten Formen an klassischen Paradoxien, wie dem Zwillingsparadoxon oder der Frage, warum der Nachthimmel aufgrund der vielen Sterne nicht taghell erleuchtet sei.

Die Idee ist an und für sich nicht schlecht, jedoch scheitert es wieder einmal an der Umsetzung. Das Vorwort darüber, was Paradoxien – allgemein gehalten – eigentlich sind, wird sehr verständlich beschrieben, doch leider hält sich der Autor selbst nicht an seine eigene Definition.

Was danach folgt, scheint eine willkürliche Zusammenstellung des Autors über alles, was ihm persönlich widersprüchlich oder paradox vorkam, zu sein. Neben einigen interessanten Denkanstößen finden sich jedoch kaum atemberaubende Neuigkeiten in diesem Buch; so sind die Inhalte vieler Kapitel derart bekannt, dass es sich nicht lohnt, deswegen ein Buch zu kaufen, nur damit man sie mal niedergeschrieben in der Hand halten kann.

Oftmals keimte der Verdacht in mir auf, die Auflösung der Paradoxien hat der Autor selbst nicht so ganz verstanden. Oder er kann einfach nicht erklären. (Er versucht alles, aber auch wirklich alles immer in irgendeine mathematische Formel zu pressen.) In beiden Fällen sollte man dann jedoch kein Buch schreiben.

Die Ausflüge in Mathematik und Physik schweifen gerne mal aus und verlassen regelmäßig die Schulmathematik- und Schulphysikgrenze. Ein Interesse der Leser und selbstständig diesbezüglich fortgeführte Zusatzbildung wird offenbar vorausgesetzt. Der Autor verliert sich gerne in nicht wesentlichen Details, des Weiteren hat er als Hobbys „viele Listen auflisten“ und gerne einmal „wild in der Gegend umherrechnen“. Für die Nicht-Interessierten also insgesamt mehr als ein Grund, das Buch vor Erreichen der letzten Seiten für immer aus der Hand zu legen. Schade! Die Idee, das Konzept zu diesem Buch versprach doch durchaus mehr Potenzial zu haben …

Nichtsdestotrotz ist das Buch doch ganz unterhaltsam und drollig niedergeschrieben. Da aber auch nichts Herausragendes an diesem Buch festzustellen ist, bleibt mir lediglich eine 4 als Bewertung. Das Buch ist nicht spannend, teilweise amüsant, aber nicht besonders lesenswert. Eben nur Durchschnitt. Unterer Durchschnitt. Daher mein Fazit: Dieses Buch ist leider nur Mittelklasse, nicht außergewöhnlich – weder außergewöhnlich schlecht noch außergewöhnlich gut! (sth, 18.02.2009)

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