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Montag, 9. Februar 2009

Elizabeth George, „Gott schütze dieses Haus“

16 Kapitel, 384 Seiten, Taschenbuch, broschiert (Sammelband: oben genannte Geschichte und „Mein ist die Rache“)
VerlagGoldmann Verlag, Juli 2007
ISBN978-3-442-46439-5
Original-TitelA Great Deliverance
Original-VerlagBantam Books, New York 1988
ÜbersetzerinMechtild Sandberg-Ciletti
gelesenvom 19.01.2009 bis 04.02.2009
Empfehlungsehr gut (1-)

In Keldale, einem bisher verschlafenen Nest im englischen Yorkshire, geschieht ein brutaler Mord. William Teys wird in seinem Stall enthauptet, daneben sitzt seine leicht debile Tochter Roberta und behauptet: „Ich war’s! Es tut mir nicht Leid!“.
Inspector Thomas Lynley und die ihm gegen ihren Willen zugeteilte Sergeant Barbara Havers werden von New Scotland Yard abgesandt, da sich die ortsansässigen Zuständigen über die Täterin von vorneherein im Klaren sind und in eine andere Richtung gar nicht mehr ermittelt haben. Der Dorfpfarrer und einige weitere aus Keldale glauben jedoch an Robertas Unschuld. Während ihrer Ermittlungen stoßen Lynley und Havers, die so beide ihre erheblichen Schwierigkeiten miteinander haben, auf allerhand merkwürdige Gestalten, mysteriöse Legenden und Geschichten sowie einige Geheimnisse, hinter die sie kommen: Roberta schweigt seit der Tat und sitzt seitdem in der Irrenanstalt, Robertas Mutter und ihre Schwester sind im Abstand von acht Jahren verschwunden, der Dorfkünstler hatte kurz vor dessen Tod Streit mit William Teys und nicht zuletzt beschreibt jeder im Dorf Robertas verschwundene Schwester Gillian anders.
Für die Ermittler ist die Arbeit nicht leicht, zumal beide ständig mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert werden. So treffen sie beispielsweise Lynleys Freunde Deborah und Simon St. James, die ihnen auch helfen. Am Ende haben sich die beiden, Lynley und Havers, etwas angenähert – und das ist im Übrigen der Beginn einer sehr erfolgreichen Reihe um eines der ungleichsten Ermittlerpaare der Kriminalliteratur. Am Ende können die beiden jedoch alle verschwundenen Personen wieder auftreiben und fördern eine Familientragödie zu Tage, die zwar die Lösung des Falles herbeiführt, aber auch alle Beteiligten furchtbar schmerzt.

Die Geschichte ist sehr spannend aufgebaut. Von Anfang an gibt es den Toten und dessen debile Tochter, die behauptet, es gewesen zu sein, doch der niemand so recht glauben mag. Schließlich fördert die Autorin immer wieder einige rätselhafte Details zu Tage und so stellen sich dem Leser dauernd neue Fragen, die früher oder später alle beantwortet werden.

Die Sprache ist flüssig und der Roman liest sich sehr angenehm, wenn ich auch einige kleine Patzer der Übersetzerin vorwerfen muss.

Die Geschichte wird oft persönlich – durch die vielen privaten Verstrickungen der Hauptcharaktere: das gestörte Verhältnis zwischen Lynley und Havers oder auch zwischen Lynley und den St. James’ sowie die vielen Beziehungen der einzelnen Dorfbewohner Keldales untereinander. Auch wenn die polizeilichen Ermittlungen im direkten Vordergrund stehen, ist es durchaus ein sehr emotionaler, persönlicher Roman.

Für mich steht damit wieder mal fest: Elizabeth George ist eine der Besten! Und so erwarte ich schon gespannt den nächsten Roman mit Thomas Lynley und Barbara Havers – und da ich erst am Anfang der Reihe bin, warten Gott sei Dank noch genügend Romane mit den beiden auf mich! (sth, 09.02.2009)

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