| 29 Kapitel, 343 Seiten, Taschenbuch, broschiert | |
| Verlag | Rowohlt Taschenbuch Verlag, August 2007 |
| ISBN | 978-3-499-24608-1 |
| Original-Titel | The Sudoku Murder |
| Original-Verlag | Avalon Publishing, New York 2007 |
| Übersetzerin | Tamara Willmann |
| gelesen | vom 19.04.2008 bis 27.04.2008 |
| Empfehlung | sehr gut (1–) |
Professor Avondale arbeitet und wohnt im Avondale Puzzle Museum in der Kleinstadt Granville in New Hampshire. Da er in (finanziellen) Schwierigkeiten steckt, ruft er seine geniale Freundin Kate McDonald zu Hilfe. Sie verspricht ihm zu helfen, doch kann nicht verhindern, dass der Professor ermordet wird. Sie wird sofort von Polizeichef Brandon Mitchell, dem als Zugezogener die Einheimischen kräftig Paroli bieten, als Hauptverdächtige Nr. 1 deklariert. Nun muss sie, auf sich allein gestellt, die verschwundenen Schecks finden, die allein das Museum vor dem Verkauf an ein Konsortium retten können, außerdem Professor Avondales Schützling Harry auftreiben und die Einwohner Granvilles gegen das geplante Einkaufszentrum mobilisieren. Dadurch schafft sie sich nicht wenige Feinde — und wird Opfer von Einschüchterungsversuchen —, doch hin und wieder erhält sie auch unerwartete Hilfe. Mithilfe eines Hinweises, den der Professor kurz vor seinem Dahinscheiden in einem Sudoku versteckt hat, kann Kate schließlich das Museum retten und den Mörder aufspüren.
Zunächst einmal finde ich als Rätsel- und Sudoku-Liebhaber und begeisterter Krimi-Leser die Idee interessant, ein Sudoku als Schlüssel zur Lösung eines Kriminalfalles einzubauen. Auch wenn der Titel „Tödliches Sudoku“ vielleicht erwarten ließe, dass es viel mehr um Sudokus ginge bzw. dass das Sudoku eine noch größere Rolle spielte.
Die einzelnen Kapitel haben keine Überschrift und keine Nummer, sondern Sudokus, die mit zunehmender Seitenzahl schwieriger werden. Auffällig ist auch, dass die Regeln von Sudokus an keiner einzigen Stelle erklärt werden, was es für unwissende Leser stellenweise schwierig machen dürfte, den Erklärungen der Protagonistin zu folgen.
Die Protagonistin wird oft mit der ihr teilweise recht unangenehmen Vergangenheit konfrontiert und sie muss allerlei durchstehen. Der gealterte Professor hingegen versinkt regelmäßig in seine Sudokus, zieht sich komplett aus der Außenwelt zurück und ist Kate dadurch keine große Hilfe. Dennoch gelingt es ihr schließlich — und ich freue mich außerordentlich über den sehr passenden Vergleich —, das Puzzle Stück für Stück zusammensetzen zu können.
Die Geschichte wird von einem allwissenden Er-Erzähler erzählt, wenn auch ausschließlich Kates Handeln verfolgt wird. Kates Gedanken werden kursiv dargestellt, was dem Leser die Unterscheidung von ihren Gedanken und allgemeinen Erkenntnissen doch sehr erleichtert. Freydont benutzt eine sehr lockere leichte Sprache, quasi im Plauderton. Das lässt sie sehr sympathisch erscheinen und einige ihrer Mankos vergessen.
So merkt man leider relativ früh, dass die Geschichte einen Hang zur heilen Welt hat. So ist die Tatsache, dass am Ende alles gut ausgeht, keine Überraschung. Freydont hält sich auch nicht an einen Grundsatz der Schreibkunst: Lass deinen Protagonisten das Schlimmste erleben, was geht. Im Großen und Ganzen ist die Geschichte harmlos, ein Soft-Krimi. Leider fast ganz ohne Humoreinlagen!
So wirken viele Stellen unglaubwürdig und unrealistisch. Die Sekretärin bewahrt belastendes Beweismaterial auf und vernichtet es nicht mal, als sie Kate McDonald quasi beim Schnüffeln erwischt. Nichtsdestotrotz ist die Story von Anfang bis Ende spannend und die Lösung wird auch nur Schritt für Schritt erreicht.
Entgegen der zuvor hier besprochenen Bücher ist das vorliegende Buch ausgesprochen gut übersetzt worden. An dieser Stelle also mein Kompliment an die Übersetzerin!
Trotz einiger kleiner Mankos war ich also sehr begeistert von der Geschichte und den sympathischen Hauptfiguren, die teilweise noch besser ausgearbeitet hätten werden können. Und deswegen kann mein Urteil nur lauten: Bitte mir nachmachen und selbst lesen! (sth, 27.04.2008)