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Donnerstag, 15. Dezember 2011

Anne Holt, „Was niemals geschah“

17 Kapitel, 432 Seiten, Hardcover
Verlag Verlagsgruppe Weltbild GmbH, Augsburg 2007
ISBN 978-3-8289-8881-1
Original-Titel Det som aldri skjer
Original-Verlag Pantagruel Forlag AS, Oslo 2004
Übersetzerin Gabriele Haefs
gelesen vom 13.07.2011 bis 10.12.2011
Empfehlung ausreichend (4-)
Zusammenfassung: 

Kommissar Yngvar Stubø bekommt es mit einem perfiden Promi-Killer zu tun: erst muss Talkmasterin Fiona Helle dran glauben, dann wird die Politikerin Vibeke Heinerback ermordet und es folgende weitere bekannte Persönlichkeiten. Die Taten sind symbolträchtig: Helles Zunge wurde gespalten und abgetrennt, Heinerback wurde gekreuzigt und eine Ausgabe des Korans liegt zwischen ihren Beinen. Klar, das Stubø seine Lebensgefährtin, die Psychologin und Profilerin Inger Johanne Vik, um Rat fragt. Sie erinnert sich an eine Vorlesung vor 13 Jahre: Damals waren es fünf Morde. Gibt es einen Nachahmungstäter? Aber was ist das Motiv? Morde ohne Motiv seien nahezu perfekt, weil sie durch die klassische Polizeiermittlungsarbeit kaum aufzuklären seien, meint Inger Johanne. Stubø will ihr das Gegenteil beweisen.

Kritik:

Dieses Buch ist ein typisches Beispiel dafür, wie man eine gute Story durch mangelndes Handwerkskönnen kaputt machen kann. Der Anfang ist so schwerfällig, dass man kaum reinkommt. Packende Erzählweise ist etwas anderes. Nach einem mittelmäßigen Mittelteil ist der Schluss enttäuschend.

Da der Autorin zu der „packenden Story“ nicht genügend eingefallen ist, unterbricht sie die Handlung immer wieder durch ellenlange Personenbeschreibungen und ausschweifenden Szenen im Privatleben von Stubø und Inger Johanne. Zur Charakterisierung der Figuren ist das sicherlich nützlich, im Gesamten aber arg übertrieben. Manchmal ist weniger eben doch mehr.

Wie es sich für einen ordentlichen Krimi gehört, gibt es auch hier genügend falsche Spuren, persönliche Dramen und ein nicht allzu eindeutiger Gewinner im Kampf Gut gegen Böse. Wenigstens das hat Anne Holt berücksichtigt.

Sprachlich gibt es an Satzbau, Schreibweise und den Formulierungen nichts zu meckern, die Übersetzung liest sich meistens flüssig.

Aber vielleicht ist mir das Buch mit Story und Aufbau dennoch zu norwegisch, zu skandinavisch. Ich jedenfalls verstehe es nicht. Mit dem Ende bin ich überhaupt nicht einverstanden; zumal er wieder mal eines der abrupten Enden ist, von dem die Autorin scheinbar überrascht wurde, dass sie plötzlich nur noch 20 Seiten für das Ende übrig haben würde.

Fazit:

Nur für hartgesottene Norwegen- und Anne-Holt-Fans zu empfehlen … (sth, 14.12.2011)