| 20 Kapitel, 380 Seiten, Taschenbuch | |
| Verlag | Verlagsgruppe Weltbild GmbH, 2008 |
| ISBN | 978-3-89941-524-7 |
| Original-Titel | Never Sleep With Strangers |
| Original-Verlag | Mira Books, Toronto 1998 |
| Übersetzerin | Margret Krätzig |
| gelesen | vom 11.09.2010 bis 19.09.2010 |
| Empfehlung | sehr gut (1-) |
Jon Stuart lädt wieder einmal zu seiner beliebten Krimi-Rätselwoche auf sein schottisches Schloss ein, obwohl beim letzten Mal seine Frau Cassie gestorben ist. Wenngleich sich das Gerücht hartnäckig hält, er sei daran nicht ganz unschuldig, kommen alle eingeladenen Krimi-Autoren gerne zur „Mystery Week“. Neu dabei ist diesmal lediglich Sabrina, die vor Jahren eine Affäre mit Jon hatte. Neben der Krimi-Woche und der Liebe treibt alle jedoch immer mehr die Frage an, wer damals Cassie Stuart ermordet hat. Und tatsächlich geschehen schon bald Dinge, die nicht mehr zum Spiel gehören: echte Patronen tauchen auf, Gäste werden eingeschlossen und verschwinden. Es dauert nicht lange, bis jeder jeden verdächtigt. Als sie durch einen Schneesturm vom Rest der Welt abgeschnitten werden, eskaliert die Situation und das Böse kommt zum Vorschein.
Heather Graham setzt eine interessante Idee sehr klug um: Sie verknüpft den klassischen englischen Krimi mit einer bezaubernden schottischen Kulisse zu einem Mix aus Thriller und Liebesgeschichte.
Die Umsetzung gefällt mir zum größten Teil, lediglich die Vielzahl an teilnehmenden Personen verwirrt am Anfang – zusätzlich begünstigt durch das Mörder-Spiel, bei dem jeder Person eine Rolle zugewiesen wird, wodurch sich die Personenzahl unweigerlich verdoppelt. Für die Geschichte ist es aber ein Muss, sodass man darüber hinweg sehen muss. Und bald schon zeigt sich auch, dass das Mörder-Spiel in den Hintergrund gerät und durch die Unverwechselbarkeit jedes einzelnen Charakters kann man als Leser schon bald die Personen recht gut auseinander halten.
Das nächste Manko, das dringend angemerkt werden muss: Das Mörder-Spiel selbst, obwohl durch den Titel irreführenderweise für wichtig gehalten, scheint nur eine untergeordnete Rolle zu spielen, lediglich als Mittel zum Zweck. Denn anders lässt es sich nicht erklären, dass ärgerlicherweise auf die Auflösung gänzlich verzichtet wurde. Diese Neugier des Lesers wird nicht befriedigt.
Nicht so berauschend ist auch, dass sich Heather Graham an Mustern entlang hangelt. Ein schottisches Schloss als Kulisse ist im Zusammenhang mit dem Schneesturm ein Klassiker für jedes Katz- und Mausspiel. Kann man alte Muster nicht mal mit einer neuen Idee durchbrechen?
Die Spannung wird jedoch durchweg gehalten, entweder durch das echte Mörder-Spiel oder die sich anbahnende Liebesgeschichte. Am Ende fast jeden Kapitels werden wieder neue Fragen aufgeworfen, die durch Weiterlesen unbedingt geklärt sein wollen. Bravo, so muss es sein!
Die Mischung mit der Liebesgeschichte versüßt den Krimi, lockert ihn auf. So hat man Spannung und Herzschmerz – geschickt, da gleich mehrere Leser-Zielgruppen angesprochen werden.
Der Erzählstil ist flüssig, als personaler Er-Erzähler, zumeist aus der Sicht der „Neuen“, Sabrina. Dies finde ich geschickt, da sie das erste Mal bei der Krimi-Woche dabei ist und so die Geschehnisse und Geheimnisse der letzten Veranstaltung nicht kennen kann. Die Neugier, die sie treibt, treibt somit auch den Leser an, der ja eigentlich das Gleiche wissen will: Hat Jon damals seine Frau umgebracht? Liebt er Sabrina (noch)? Und natürlich: Wer ist der Mörder? (Ist ja schließlich ein Mörder-Spiel …)
Die Übersetzerin hat meines Erachtens zu 99% gute Arbeit abgeliefert.
Fazit also: Dieses Buch hat mir ein paar vergnügliche Lesestunden in meinem Urlaub bereitet und kann ich jedem nur empfehlen! (sth, 30.09.2010)
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