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Freitag, 10. September 2010

Henning Mankell, „Mittsommermord“

36 Kapitel, 608 Seiten, gebundene Ausgabe
VerlagVerlagsgruppe Weltbild GmbH, 2008
ISBN978-3-8289-9340-2
Original-TitelSteget efter
Original-VerlagOrdfront Verlag, Stockholm 1997
ÜbersetzerWolfgang Butt
gelesenvom 16.07.2010 bis 08.09.2010
Empfehlunggut (2-)

Drei Jugendliche feiern verkleidet Mittsommer. Wenig später sind sie tot, werden aber erst Wochen später gefunden. Fast zur gleichen Zeit wird Wallanders langjähriger Kollege Svedberg mit zerschossenem Gesicht aufgefunden. Fragen über Fragen tauchen auf. Nach und nach kommen Details aus Svedbergs Leben ans Tageslicht, die die den Kollegen in ein ganz neues Licht rücken. Warum war er von Anfang an überzeugt, dass den verschwundenen Jugendlichen etwas zugestoßen war? Warum hat er seinen Urlaub geopfert, um heimlich zu ermitteln? Wer ist die geheimnisvolle Louise, die plötzlich in den Ermittlungen auftaucht?
Als eine weitere Leiche auftaucht, wird allen klar: Sie haben es mit einem der brutalsten Serienmörder in der Geschichte Schwedens zu tun. Verzweifelt stürzen sich alle in die Ermittlungen, die nach langer Arbeit zum Stellen des Mörders führen.

Dieses Buch ist ein typischer Schweden-Krimi: beschaulich-langsam, ohne nennenswerte Action, düster-finstere Blickweise. Daran muss man sich gewöhnen. Der Anfang zog sich in die Länge und damit war ich gar nicht glücklich. Schließlich aber gelang es Mankell doch noch, das Interesse zu wecken.

Die Geschichte ist nicht schlecht ausgedacht: Psychologisch fein durchdacht wird die Ermittlungsarbeit sehr akribisch dargelegt. Polizeiarbeit von der Pike auf. Mal was ganz anderes für mich.

Die Erzählung aus Polizeisicht, die sich nur wenig mit Wallanders Privatleben vermischt, wird durch kurze Einschübe aus der Sicht des Serienmörders unterbrochen. Zunächst ist wenig klar, aber gegen Ende lösen sich alle Fäden auf. Spannend geschrieben, gut übersetzt, nur der Anfang ist etwas holprig. Dafür kann man am Ende gar nicht mehr zu lesen aufhören, bis man das Buch zufrieden aus der Hand legen kann. Der Showdown, bei dem der Mörder und Wallander sich gegenseitig jagen, ist ein bisschen zu klischeehaft, zu erzwungen, zu unnatürlich. Da er jedoch kurz gehalten wurde, ist das nicht dramatisch.

Fazit also: Ungewöhnlich, wenn man allzu viele Thriller und englische Krimis vorher gelesen hat! Für einen Schweden-Krimi aber ungewöhnlich gut gemacht! (sth, 10.09.2010)

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