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Mittwoch, 11. Juni 2008

Jan Weiler, „Maria, ihm schmeckt’s nicht“

13 Kapitel, 276 Seiten, Taschenbuch, broschiert/kartoniert
VerlagUllstein Buchverlage, 2004
ISBN978-3-548-26426-4
gelesenvom 19.05.2008 bis 10.06.2008
Empfehlungmangelhaft (5+)

Jan Weiler beschreibt in seinem Buch die ersten und viele weitere Begegnungen mit seinem (künftigen) Schwiegervater Antonio, der ihm seine eigene Welt in vielen Anekdoten erklärt. Zentraler Dreh- und Angelpunkt ist Italien, Antonios Heimat, in welches viele gemeinsame Reisen führen.

Leider kann ich dieses Buch überhaupt nicht empfehlen. Jan Weiler schreibt zwar nicht schlecht, sehr flüssige, locker leichte Sprache, jedoch kann er mich nicht vom Unterhaltungswert seines Werks überzeugen.

Die „Geschichten von [seiner] italienischen Sippe“ (Untertitel) fangen zwar gut an, doch lassen nach einem langatmigen Mittelteil leider einen schwachen Abgang folgen.

Während die italienische Ausdrucksweise und Aussprache am Anfang noch amüsiert, stumpft der Effekt nach den Anfangskapiteln erheblich ab. Auch folgen immer wieder ähnliche Dialoge, immer wieder die gleichen Witze und Situationen, sodass das Buch irgendwann nicht mehr amüsiert, sondern nervt. Hinzu kommen scheinbar unzählige Reisen nach Italien. Kommt Jan Weiler in Kapitel x gerade aus Italien zurück und schwört, niemals wieder dort hin zu fahren, so fährt er bereits in Kapitel y wieder dort hin. Eine Reise folgt der nächsten – eine Erzählweise ohne erkennbare Zusammenhänge. Manche Kapitel folgen zeitlich direkt aufeinander, andere haben Wochen oder Monate dazwischen.

Den größten Teil des Buch nimmt Antonios Lebensgeschichte ein, angefangen mit seiner Kindheit über seine Jugend bis hin zu seinem Leben im Hier und Jetzt. Leider sind die Ausflüge in die Vergangenheit weder besonders interessant noch witzig, insgesamt also kaum unterhaltsam!

Axel Hacke schrieb zu diesem Buch: „Wer noch keine italienischen Verwandten hat, wird nach der Lektüre unbedingt welche haben wollen.“ Dazu kann ich nur sagen: Nach der Lektüre will ich definitiv keine mehr haben!
Der Stern schrieb: „Ein unverzichtbarer Beitrag zur deutsch-italienischen Freundschaft. Und saukomisch.“ Unverzichtbar ist das Buch keinesfalls, obwohl es schon zur deutsch-italienischen Freundschaft beitragen könnte, da man als Leser viel über die Italiener erfährt und ihnen so doch etwas näher kommt. Saukomisch finde ich das Buch allerdings nicht, stellenweise ist es ganz amüsant.
Der Spiegel schrieb: „Jan Weiler spielt gewitzt mit Sprach- und Nationenstereotypen.“ Er bedient sich dieser Stereotypen, aber unter einer gewitzten Spielerei verstehe ich etwas ganz anderes.

Summa summarum lautet mein Urteil: Man muss das Buch nicht gelesen haben, ich kann aber auch nicht komplett davon abraten, da es ja Ihren Geschmack treffen könnte. (sth, 11.06.2008)

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